Apr 22

Nicht lange ist es her, dass auf Wikileaks ein Video über den Kampfeinsatz von US-Truppen in Irak veröffentlicht wurde; bei diesem wurden Zivilisten, auch Journalisten, niedergeschossen (weiteres dazu).

Ich möchte gar nicht darauf eingehen in wie weit die breit diskutierten Aspekte (durften sie überhaupt schießen, ist es unmenschlich dabei diese oder jene Art von Sprüchen abzugeben) eingehen, denn hier wurde schon viel gesagt und für mich dürfte an dieser Stelle nur eine solch komplexen Erörterung genügen, dass ich diese hier zu diesem Zeitpunkt nicht leisten möchte.

Ich möchte über eine persönliche Erfahrung berichten, die mich heute nochmals über das Video hat nachdenken lassen. Doch zuerst ein wenig zu dem Video: Dort gehen also diese Menschen, wie sie es die Tage zuvor getan haben, und sie gehen so, als würden sie auch morgen noch ganz genau so leben. Ich denke zwar, dass jedem dort bewusst war, dass sie sich in einem gefährlichen Bereich bewegen, schließlich herrscht dort Krieg, aber keinem dürfte bewusst gewesen sein, dass sie in den nächsten Sekunden, ohne es überhaupt mitzubekommen, sterben würden.

Auch ich ging heute auf dem Weg von der Uni nach Hause, so, wie ich immer gehe. Ich dachte darüber nach was ich nun anzustellen glaubte, an diesem Tag; dann hörte ich einen Hubschrauber in nicht allzu großer Entfernung, meine Augen fanden ihn leicht – und da durchschlug es mich wie ein Blitz, mir war klar, dass ich schon längst tot sein könnte, so wie die im Irak niedergeschossenen Zivilisten. Mir ist zwar durchaus bewusst, dass mein Leben zu jeder Zeit – sei es durch irgendwelche Krankheiten oder durch einen Autofahrer, der die Kontrolle verliert – ein Ende nehmen kann. Aber, dass mich jemand aus einem fast nicht mehr zu sehendem Hubschrauber, aus der Luft und ohne jede eigene Gefahr, mit kaum vorstellbar großer Munition, die so schnell fliegt, dass die Schüsse bei der Entfernung treffen, bevor ich überhaupt den Abschuss höre, töten könnte, nein, das habe ich mir noch nicht vorgestellt.


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2 Kommentare to “und die Information macht mir Angst”

  1. Jenny sagt:

    Wow…
    Selbst beim Lesen bekommt man diese Angst zu spüren.
    Aber ich habe mir auch schon öfters Gedanken über sowas gemacht..
    Wie schnell ein Leben doch vorbeisein kann.
    Einfach so. Und dabei hat man noch so viel vor. So viele Träume. So viele Wünsche. Und so viele Menschen, die man liebt!..

  2. Pablo sagt:

    Wow…Selbst beim Lesen bekommt man diese Angst zu spüren.Aber ich habe mir auch schon öfters Gedanken über sowas gemacht..Wie schnell ein Leben doch vorbeisein kann.Einfach so. Und dabei hat man noch so viel vor. So viele Träume. So viele Wünsche. Und so viele Menschen, die man liebt!..
    +1

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