Nov 28

Ich bitte nicht zu hinterfragen was die Aufgabe hierzu war – komisch dennoch.

Ein Schizophren, dessen eine Hälfte (ein Mensch, der glaubt, ein Hase zu sein) und seine andere Hälfte (ein Mensch, der Psychotherapie studiert hat) sich ständig gegenseitig „anmachen“:

Guten Tag,

ich heiße Steven Hammelback und bin 35 Jahre alt.

Am liebsten hoppele ich den ganzen Tag nein, ich therapiere dich! Bei mir gibt’s nichts zu therapieren, ich bin ein Hase. Nein bist du nicht! Doch und meine Familie wurde erschossen. Nein, sie lebt in Mexico und ich bin in einem Weisenheim groß geworden. Das willst du mir erzählen, aber ich weiß, wie böse die Menschen sind, die die Hasen erschießen. Das mag ja sein, aber du bist kein Hase, sondern ein Gehirngespinst. Denkste. Das bist du!

Dieser Hase! Ich halte es bald nicht mehr mit ihm aus. Ich muss ihn einfach therapieren. Mich therapieren. Schließlich habe ich 4 Semester Psychologie studiert! Wenn ich den Hasen nicht therapiere, dann werde ich irre. Wenn ich das nicht eh schon bin.

Ich bin der Irre. Schließlich habe ich so eine komische Stimme in mir. Und das schlimmste wäre, wenn ich erschossen würde; das passiert auch bald, wenn mich diese Stimme nicht aufhört zu nerven. Mein Gott. Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte. Erschossen. Von einem Menschen!

Keine Angst, das wird nicht passieren. Schließlich bist du ja ein Mensch; die werden nicht so einfach erschossen. Pass auf, entspann dich erstmal und lass uns reden.

Nein! Es geht schon wieder los… warum hilft mir denn keiner? – keiner da -. HILFE!

Warum akzeptiert die Stimme nicht, dass ich ein Hase bin? Das wäre am einfachsten. Mein sehnlichster Wunsch. Ob der noch in Erfüllung geht?

Es tut mir leid, aber das wird nicht passieren. Schließlich bist du ja ich und wenn ich verschwinde, bist auch du nicht mehr. Also wäre es am besten für uns alle, wenn ich dich therapiere. Dann hast du auch keine Stimme mehr in dir! Versprochen! Also, wann hast du das erste Mal gedacht, du seiest ein Hase?

Ich denke nicht, dass ich ein Hase bin. Ich weiß es; und es wurde mir das erste Mal bewusst, naja, wie ich 7 war.

7. Quersumme von 25. Da hab ich mein 4. Semester abgeschlossen. Da hatten wir uns gegenseitig hypnotisiert. Da muss wohl was schief gegangen sein.

Da ist nichts schief gegangne. Ich bin ein Hase, du ne Stimme in meinem Kopf und aus ist. Lass mich in Ruhe, sonst werde ich erschossen, weil ich nicht aufpassen kann…

Was ist denn, wenn du nicht erschossen wirst, mit wem bist du dann so zusammen?

Niemanden. Ich hopple herum, fresse, schlafe, fresse, hopple.

Das ist aber nicht viel, oder?

Was machst du denn so den ganzen Tag?

Ich versuche den Hasen in mir zu bändigen!

Ach, das ist aber nicht viel, oder?

Naja, genug zu tun schon.

Aber nicht viel. Wie bei mir! Wenn du ein Mensch bist, müsstest du nicht arbeiten?

Lebe von Sozialgeld. Weil bei allen Vorstellungsgesprächen ich auf einmal rumgehüpft bin. Ich konnte mich daran gar nicht erinnern, aber man hat es mir gesagt.

Ja, das waren noch die Zeiten, wo ich die Herrschaft über meinen Körper hatte und nicht meine Stimme. Da hast du nur zu mir geredet und ich konnte tun, was ICH wollte.

Das war falsch. Ich bin der Mensch, ich steure mich. So hat das zu sein.

Aber zurück zu deinen Problemen. Wo bist du so?

Machen wir’s so: ich erzähl dir was, du erzählst mir was. Wo wohnst du?

Getto. Nichts weiter los. Sozialschwache Gegend und das als Bildungsmensch, als Person, die noch was erreichen könnte.

Erreichen, du? Du hast einen Hasen in dir, oder nicht? Du bist irre und wirst nichts mehr machen!

[schweigen]

[die Person, die hier sprach, hoppelt weg]


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