Der folgende Eintrag beschreibt und interpretiert die Sachzusammenhänge des Determinismus und des Laplacescher Dämon – außerdem warum es den Menschen nicht gefallen würde, “wenn man das Ende kennt”.
Vorwort
Ich möchte vorweg nehmen, dass ich von vielen der hier genannten Theorien eine gute Kenntniss habe. Es ist allerdings nicht zu vernachlässigen, dass ich diese vor geraumer Zeit erworben habe, die Theorien weiterentwickelt werden und in ihrer komplexen Gesamtheit und in ihren Zusammenhängen nur von wenigen Menschen auf der Welt korrekt und vollständig erfasst werden. Ich möchte hier also mehr einen Einblick über mein Verständnis der Welt geben als einen höchst wissenschaftlichen Einblick in unsere Wirklichkeit.
Determinismus
Auch wenn der Determinismus bei Wikipedia bereits gut beschrieben ist (eine Lektüre der Seite ist hiermit empfohlen), möchte ich ein paar meiner eigenen Worte darüber verliergen. Wenn man der Theorie des Determinismuses folgt, dann glaubt man, dass bereits alles was passieren wird und alles, was jemals passiert ist, bereits von Anfang an* fest standt. *”von Anfang an” würde ich hierbei zeitlich auf den Urknall legen aber, wenn es sich bei diesem um ein sich wiederholendes Ereignis handelt, nicht weiter in die Vergangenheit – nicht bis zum ersten Urknall;
Laplacescher Dämon
Eine direkter Vergleich zum Laplaceschen Dämon bringt weitere Erkenntnisse über die Hintergründe dieser Theorie. In eigenen Worte möchte ich folgend zusammenfassen:
Kennt man den momentanen und die vergangenen Zustände eines Systems und sind einem alle Gesetze / Verhaltensweisen der Natur, die in diesem System wirken, bekannt, so kann man auf die zukünftige Entwicklung des Systems schließen.
Zuerst möchte ich sehr vereinfachtes Beispiel geben: Wir rollen einen Ball eine Schräge hinunter. Da wir die Anfangsgeschwindigkeit, die Neigung des Gefälles, den Luftwiederstand und sonstige Kräfte, etwa die Gravitation kennen, ist es uns möglich vorherzusagen wann der Ball zu rollen aufhört oder wann dieser eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht; oder wo er nach einem bestimmten Zeitintervall ist.
Diese Vorhersagen sind auch für komplexere, feinere Vorgänge möglich. Taucht man etwa einen mit Farbe gesättigten Pinsel in ein Glas Wasser, so wissen wir, dass sich die Farbe in diesem Glas verteilen wird und mit voranschreitender Zeit nahezu eine Gleichverteilung vorherschen wird (Stichwort: Diffusion und Eigenbewegung der Teilchen).
An dieser Stelle ist auch unbedingt der Begriff der Entropie zu nennen. Sie beschreibt den Zustand eines Systems – genauer die Ordnung oder Unordnung der Teilchen in dem System. Wasser liegt in seiner festen Form (Eis) etwa sehr geordnet vor; dies sieht man etwa bei Eiskristallen. Wasser in flüssiger Form ist schon “unordentlicher”. Die Teilchen sausen hin und her. Wird die Energie in dem System noch größer, so werden die Moleküle so schnell, dass sie sich von einander so weit entfernen, dass sie frei in die Luft gehen – Wasserdamf.
Zurück zum Wasser-Farbe-Beispiel. Für das äußere Erscheiungsbild werden wir also adäquat vorhersehen können, wie die Flüssigkeit im Glas nach einiger Zeit aussehen wird. Problematisch wird es, wenn wir versuchen die zukünftigen Aufenthaltsorte der einzelnen Möleküle und Ionen zu bestimmen. Wir wissen zwar, dass der Zustand eines Systems zu einer hohen Entropie / Unordnung strebt, allerdings können wir dies nur mittels der Eigenbewegung der Teilchen begründen. Warum die Teilchen sich genau bewegen, können wir noch nicht sagen und noch weniger können wir sagen wohin sie sich bewegen werden. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass wir mit den entsprechenden Modellen genau dies könnten (dies scheint aufgrund einer Vielzahl an historischen Ereignisse nahezu belegbar).
unser Universum und wir
Der Artikel führte von einem einfachen Beispiel (Rollen eines Balles) zu einem viel komplexeren (Molekularbewegung aufgrund der Eigenbewegung). Ich möchte nun den Schritt waren und behaupten, dass sich die genannte Theorie auch auf das größte uns bekannte System anwenden lassen – das Universum. Teilweise können wir schon recht gut vorhersagen wie sich die Dinge im Universum verhalten. So wissen wir entlang welcher Bahn Kometen fliegen – und das trotz verschiedener Krafteinwirkungen, etwa von naheliegenden Planeten, die den Kurs des Kompetens beeinflussen. Selbst steuern wir unsere Satelieten in die weiten des Universums und nehmen uns dabei etwa den Mond zur Hilfe.
Es ist also festzuhalten, dass wir sowohl die Entwicklungen von einfachen Vorgängen, aber auch die der von gewaltigen Objekten (etwa Gasriesen und andere Größen im Universum) vorhersagen könnten. Was bleibt also übrig zu sagen? Der Mensch als wissenschaftliches Objekt:
Der Mensch besteht wie so ziemlich die meisten Dinge, die der normale Mensch kennt, aus Atomen, Molekülen, Ionen. Warum sollten wir also nicht auch für ihn, also auch seinen Entscheidungen, Vorhersagungen machen können? – Diesem Gedankengang steht bisher die Meinung der Menschen über sich selbst im Wege. Glaubt der Mensch doch einen freien Willen zu haben.
Doch bereits der Europäische Gerichtshof schrenkt dies in Sache Strafrecht ein. So wurde die Strafe eines Mannes gekürzt, der eine genetischen Abnormalität aufwies, die zur Zolge hat, dass ein bestimmtes Enzym, welches agressiv-machende Hormone abbaut, nur in gerinen Mengen produziert wird. Bei einem kleinen Streit gibt es deswegen einen Überschuss an agressiv-machenden Hormonen, da diese nur langsam abgebaut werden. Da der Mann deswegen in einer Streitsituation nicht mehr nur seinem freien Willen unterworfen wäre, sondern aufgrund des Mangels an dem Enzym quasi dazu gezwungen war, agressiv zu handel, träfe ihn eine geringere Schuld, weshalb auch die Strafe geringer ausfallen müsste.
Doch woher rührt der freie Wille? Nach der Geburt eines Menschen hat dieser zweifelsohne Reflexe auf bestimmte körperliche Interaktionen – schließlich ist bei Reflexen nicht einmal das Gehirn beteiligt, sondern eben nur die Nervenbahnen in unserem Körper. Ebenso weißt er kaum genetisch bedingtes Wissen – der “neue” Mensch muss alles lernen, was er später einmal können muss. Er lernt also das Krabbeln, Reden und allerlei. Dieses stets unter dem Einfluss der Umgebung. Sowohl der körperlichen als auch der kulturellen. Ist der Mensch also letztendlich nicht nur eine Ansammlung von Erfahrungen, von Erziehung, die ihm das spätere Handel diktieren; und, wenn man zugrunde legt, dass dies alles auf einem chemischen System basisert, dann bleibt doch letzendlich nur der Schluss, dass alles, was ein Mensch in seinem Leben tuen wird, vorhersagbar ist – sowohl aus Sicht der Psychologie (was wurde dem Mensch vermittelt? welche Eindrücke hatte er?), als auch aus der Sicht der Wissenschaft (welche chemischen und körperlichen Einwirkunen lösen welche Reaktion im Körper hervor, …).
Da wir aufgrund der obersten Ausführung bereits wisse, welche Ereignisse einen Menschen beeinflussen, so können wir nun schließlich auch sein Hadndel vorhersagen, was letztlich dazu führt, dass wir das Verhalten der gesamten Menschheit vorher sagen könnten – notwendig dafür wären eben die Kenntnisse und Modelle, von denen bereits die Rede war.
Das Problem der Kenntniss und Paradoxie
Nun wird es den meisten Menschen so gehen, sofern sie die Theorie verstanden und akzeptiert haben, dass es ihnen unerwünscht ist, dass bereits alles feststeht und dass sie keinen freien Willen haben. Weiterhin ergeben sich noch Fragen der Paradoxie; etwa: verändert die Kenntniss darüber, dass bereits die Zukunft feststeht, nicht unseren Handlungswillen und damit auch die Zukunft? Sicherlich ist das so – auf den ersten Blick. Denn die Vorhersage, dass wir Kenntniss von dieser Theorie erlangen und sie verstehen war genau so vorhergesagt wie alles andere. Für den objektiven Daemon, der uns von “außen” betrachtet, ist es keine Überraschung. Ihm war klar, dass es passieren würde – genau so.
Für uns selbst stellt sich nun allerdings eine Frage, die die Lösung des Dilemmas geben wird. Wäre es nicht möglich einfach nichts mehr zu machen – die Zukunft steht ja fest? Sicherlich ist diese Möglichkeit gegeben, sie ist es aber immer. Denn zwar ist die Zukunft vorhergesagt, aber sind wir eben nicht in der Kenntniss dieser. Für uns ist unklar, ob und wie unser Leben sich entwickeln wird; und so sind wir aus Egoismus dazu angehalten eben doch etwas zu tun – das, was wir auch tun würden, wenn wir nicht wüssten, dass wir keinen freien Willen haben.
“Ich bin dazu determiniert zu erkennen, dass ich determiniert bin!” von Alexander Frick
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